Es gibt eine breite Palette von Schriftkombinationen, die von harmonisch bis kontrastierend reichen. Harmonisch bedeutet, dass die Konstruktion der Buchstaben in beiden Schriften ähnlich angelegt ist, sodass sie gut zusammenpassen, weil sie durch formale Eigenschaften miteinander verwandt sind. Ein blaues Hemd mit einer blauen Jeans, die sich farblich nur leicht unterscheiden, wäre eine harmonische Kombination. Eine Jeans mit einem orangen Hemd wäre ein kontrastreiches Paar. Kontrast heißt: Unterschiede betonen.
Meist führt die Kombination einer Sans mit einer anderen serifenlosen Schrift zu einer schwachen, und damit minimalen Differenzierung: viel Harmonie, wenig Divergenz. Für eine flexiblere typografische Palette wählen viele Designerinnen und Designer daher eine Serif-Sans-Kombination. Doch die Balance muss stimmen. So wie ein blaues Hemd mit blauem Jeansstoff zu harmonisch und langweilig wirken kann, könnte die Kombination Blau und Orange zu schrill sein und sehr bald die Augen strapazieren. In diesem Fall wäre ein Kompromiss in Form einer ähnlichen Farbe am besten, z. B. Grün oder Violett, die auf dem Farbkreis mit Blau verwandt sind: ein wenig Kontrast, doch überwiegend harmonisch. Das Spektrum der Schriftkombinationen funktioniert auf diese Weise ähnlich wie ein Farbkreis.
Schriftpaarungen können extrem harmonisch sein, gerade wenn sie aus derselben Familie stammen, wie zum Beispiel Helvetica Now Regular und Bold. Sie passen gut zusammen, weil ihre Glyphen gleich gebaut sind und ähnliche Proportionen aufweisen. Der Kontrast entsteht allein durch die unterschiedlichen Strichstärken, was ausreichen kann, um ein Layout hierarchisch zu gliedern. Einfach ausgedrückt: Eine Schriftfamilie ist so konzipiert, dass sie mit sich selbst harmoniert; deshalb entwerfen wir so viele Strichstärken innerhalb einer Familie. Eine „Superfamilie“ wie FF Scala, Kairos oder Macklin bietet mehrere Schriftstile bzw. -genres, die störungsfrei miteinander kombiniert werden können, wie Sans, Serif oder Stencil. Solche Paare lassen sich schnell zusammenstellen, da der Name der Familie bereits verrät, dass sie zusammengehören.
Die Bandbreite von Kontrastpaaren ist nahezu unbegrenzt, denn sie definieren sich über die Unterschiede der Schriftstile. Auch sie werden manchmal als Superfamilien angeboten. Diese funktionieren wie Baukästen, bei denen oft der Nachname der Familie eine Sans, eine Serif oder eine Script andeutet, wie bei den Familien Charcuterie oder Ed’s Market von Laura Worthington. Beides sind Beispiele für Paarungen mit hohem Kontrast, weil sie sehr unterschiedlich aussehen und dadurch eine starke, aber gleichwohl homogene Stimmung erzeugen, wenn sie gemeinsam eingesetzt werden.
Während kontrastierende Paare leichter zu bauen sind, ist es hier oft schwieriger, harmonische Partner zu finden. Es erfordert gewisse Schriftdesign- und Typografie-Kenntnisse, um eine funktionierende Paarung zu finden. Obwohl es sich letztlich um eine subjektive Entscheidung handelt, gibt es visuelle Spielregeln für die Auswahl passender Schriftpaare.